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Sektor NATURWISSENSCHAFT Datensätze 145 Sternzeit 2026.298
DatensatzNaturwissenschaft

Was ist Schrödingers Katze?

Sektor NaturwissenschaftVon
ZusammenfassungSchrödingers Katze ist ein Gedankenexperiment aus dem Aufsatz Die gegenwärtige Situation in der Quantenmechanik von 1935. Eine Katze sitzt in einer Kiste mit einer winzigen Menge radioaktiver Substanz, einem Geigerzähler und einem Kölbchen Blausäure. Spricht das Zählrohr an, zertrümmert ein Hämmerchen das Kölbchen. Der Punkt daran: Solange niemand nachsieht, ist die Katze nach den Regeln der Quantenmechanik zugleich tot und lebendig.

Was ist daran seltsam?

Ob das Atom zerfällt, ist reiner Zufall. Nach der Quantenmechanik befindet es sich bis zur Messung in einer Überlagerung aus zerfallen und nicht zerfallen: Beide Möglichkeiten bestehen gleichzeitig, und erst eine Messung legt eine davon fest. Überträgt man das auf die Apparatur, wäre die Katze zugleich tot und lebendig.

Erst das Öffnen der Kiste würde entscheiden, welcher Zustand eintritt. Das widerspricht allem, was wir über Katzen wissen.

Was wollte Schrödinger damit sagen?

Das. Er zielte auf die Kopenhagener Deutung und darauf, dass sie quantenmechanische Begriffe unbesehen auf die Welt der großen Dinge überträgt. Das Beispiel war als Einwand gemeint, nicht als Erklärung.

Deshalb ist es doppelt ironisch, dass das Bild heute überall als Sinnbild für die Quantenphysik auftaucht.

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Wie löst die Physik das auf?

Über die Dekohärenz. Eine Überlagerung hält nur, solange nichts von außen nachsieht, und für ein einzelnes Atom lässt sich das im Labor erreichen. Eine Katze besteht aber aus einer Zahl von Teilchen, die man mit einer Eins und 26 Nullen schreibt, die ständig mit Luftmolekülen zusammenstoßen, Wärme abstrahlen und Licht zurückwerfen. Jeder dieser Kontakte trägt Information über den Zustand nach draußen und wirkt damit wie eine winzige Messung. Die Überlagerung zerfällt dadurch in unvorstellbar kurzer Zeit, lange bevor irgendjemand die Kiste öffnet.

Für eine Katze geschieht das so schnell, dass der Überlagerungszustand nie entsteht. Das Beispiel funktioniert als Denkanstoß und nicht als Beschreibung der Wirklichkeit.

Gab es je eine Katze?

Nein. Es war immer ein Gedankenexperiment, und Schrödinger selbst betonte das. Der Aufsatz erwähnt die Kiste in einem einzigen Absatz, der seither bekannter ist als alles andere, was er geschrieben hat.

Das Gedankenexperiment gibt es bei uns auch für den Frühstückstisch, als Schrödingers-Katze-Becher.

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Und, gemerkt?

Was sitzt in Schrödingers Kiste neben der Katze?

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